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Calciummangel bei Pflanzen – Symptome erkennen und richtig behandeln

Calcium (Ca) ist ein wichtiger Pflanzennährstoff und für ein gesundes Wachstum und eine stabile Pflanzenentwicklung unverzichtbar. Calcium ist unter anderem am Aufbau der Zellwände und an der Zellteilung beteiligt und trägt damit zur Festigkeit und Stabilität des Pflanzengewebes bei. Darüber hinaus unterstützt es die Entwicklung des Wurzelsystems und beeinflusst verschiedene Stoffwechselprozesse.

Pflanze mit Symptomen eines Calciummangels

Im Gegensatz zu einigen anderen Nährstoffen wird Calcium in der Pflanze hauptsächlich über das Xylem transportiert. Dadurch ist seine Umverteilung innerhalb der Pflanze nur begrenzt möglich. Eine kontinuierliche Versorgung über die Wurzeln ist deshalb besonders wichtig.

Eine ausreichende Calciumversorgung fördert stabiles Pflanzengewebe, unterstützt ein gesundes Wurzelwachstum und kann zu einer besseren Qualität von Blüten und Früchten beitragen.

Symptome von Calciummangel bei Pflanzen

Calciummangel bei Pflanzen kann sich an Blättern, Früchten und Wurzeln zeigen. Da Calcium innerhalb der Pflanze nur eingeschränkt verlagert werden kann, treten erste Symptome häufig an jungen Blättern und neuen Wachstumspunkten auf.

Calciummangel – Symptome an den Blättern
Symptome an den BlätternHäufig entstehen gelblich-braune Flecken mit deutlich braunen Rändern. Die Symptome treten meist zuerst an jüngeren Blättern auf. Diese können sich verformen, kleiner bleiben, wellig werden oder sich einrollen. Mit zunehmendem Mangel können sich nekrotische, abgestorbene Bereiche bilden, insbesondere an Blattspitzen und Blatträndern.
Calciummangel an Früchten – Blütenendfäule
Symptome an FrüchtenEin typisches Problem ist die sogenannte Blütenendfäule. Dabei bildet sich am Blütenansatz der Frucht eine dunkle, eingesunkene Stelle. Besonders häufig tritt dieses Problem bei Tomaten, Paprika und Auberginen auf. Die Früchte können außerdem deformiert bleiben und eine geringere Qualität aufweisen.
Calciummangel und geschwächtes Wurzelsystem
Symptome am WurzelsystemDas Wurzelwachstum kann eingeschränkt sein. Dadurch verschlechtert sich die Fähigkeit der Pflanze, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, was weitere Mangelerscheinungen begünstigen kann.

Bei anhaltendem Calciummangel können zusätzlich schwächeres Wachstum, instabiles Pflanzengewebe und ein geringerer Ertrag auftreten. Calcium ist entscheidend für stabile Zellwände, weshalb eine unzureichende Versorgung insbesondere junge, schnell wachsende Pflanzenteile beeinträchtigt.

Ursachen für Calciummangel bei Pflanzen

Ein tatsächlicher Calciummangel im Boden ist vergleichsweise selten, da viele Böden und Substrate bereits Calcium enthalten. Häufiger liegt das Problem darin, dass vorhandenes Calcium von der Pflanze nicht ausreichend aufgenommen oder innerhalb der Pflanze transportiert werden kann.

Ein häufiger Auslöser ist eine unregelmäßige Wasserversorgung. Trocknet das Substrat stark aus, wird auch der Transport von Calcium über den Wasserstrom in der Pflanze eingeschränkt.

Auch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, beispielsweise in Gewächshäusern oder geschlossenen Anbauräumen, kann die Calciumversorgung beeinträchtigen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit sinkt die Transpiration, also die Wasserabgabe über die Blätter. Da Calcium überwiegend mit dem Wasserstrom transportiert wird, erreicht bei geringer Transpiration weniger Calcium die jungen Pflanzenteile.

Calciummangel bei Pflanzen

Weitere Ursachen für Calciummangel

  • Böden oder Substrate, in denen Calcium stark gebunden und für die Wurzeln nur eingeschränkt verfügbar ist.
  • Hohe Konzentrationen von Ammonium, Kalium, Magnesium oder Natrium im Wurzelbereich können die Calciumaufnahme beeinträchtigen.
  • Eine zu hohe elektrische Leitfähigkeit (EC-Wert) beziehungsweise eine hohe Salzkonzentration im Substrat kann die Aufnahme von Wasser und Calcium erschweren.
  • Ein ungeeigneter pH-Wert, insbesondere ein sehr niedriger pH-Wert, kann die Calciumverfügbarkeit beeinflussen.
  • Trockenstress oder Salzstress können den Calciumtransport zusätzlich verschlechtern.
  • Eine unausgewogene oder übermäßige Düngung, insbesondere mit hohen Mengen bestimmter Nährstoffe, kann zu Konkurrenz bei der Nährstoffaufnahme führen.

Calciummangel vorbeugen und behandeln

Calciummangel entsteht häufig nicht durch einen vollständigen Mangel an Calcium im Substrat, sondern durch Probleme bei dessen Verfügbarkeit oder Aufnahme. Deshalb sollten zunächst pH-Wert und EC-Wert des Bodens beziehungsweise Substrats kontrolliert werden.

  • Zu hoher EC-Wert: Eine hohe Salzkonzentration kann die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen einschließlich Calcium erschweren. Je nach Anbausystem kann es sinnvoll sein, das Substrat mit geeignetem Wasser zu spülen und anschließend die Düngung anzupassen.
  • Ungeeigneter pH-Wert: Ein zu niedriger pH-Wert kann die Calciumaufnahme beeinträchtigen. Zur Anpassung können geeignete Kalkprodukte oder spezielle Bodenverbesserer wie Plagron Calcium Kick eingesetzt werden. Dabei sollte eine Überdosierung vermieden werden, da ein zu hoher Calciumgehalt die Verfügbarkeit anderer Elemente wie Kalium, Magnesium, Eisen oder Mangan beeinflussen kann.

Wie kann man Calcium schnell ergänzen?

Für eine schnelle Calciumversorgung können je nach Anbausystem wasserlösliche Calciumquellen verwendet werden, beispielsweise Calciumnitrat. Beim Anbau in Erde stehen außerdem Materialien wie Kalkstein, Knochenmehl oder Gips zur Verfügung. Dabei ist zu beachten, dass einige dieser Produkte den pH-Wert und die Nährstoffzusammensetzung des Bodens verändern können.

In der Hydroponik sollten Produkte verwendet werden, die zum jeweiligen Düngesystem passen, damit keine unerwünschte Nährstoffverschiebung entsteht. Bei hartem Leitungswasser ist häufig bereits eine relevante Menge Calcium und Magnesium vorhanden, was bei der Düngung berücksichtigt werden sollte.

Eine gleichmäßige Bewässerung ist für die Calciumversorgung besonders wichtig. Starke Wechsel zwischen sehr trockenem und sehr nassem Substrat können den Calciumtransport innerhalb der Pflanze beeinträchtigen und beispielsweise die Entstehung von Blütenendfäule begünstigen.

Auch das Klima beeinflusst die Calciumaufnahme

  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit, beispielsweise in Gewächshäusern oder Indoor-Anbauräumen, sinkt die Transpiration der Blätter. Dadurch kann weniger Calcium mit dem Wasserstrom in junge Pflanzenteile transportiert werden. Eine ausreichende Luftzirkulation und ein stabiles Mikroklima können helfen.
  • Auch bei niedrigen Temperaturen verlangsamen sich Stoffwechsel, Wasseraufnahme und Transpiration, wodurch die Calciumversorgung eingeschränkt werden kann.

Wie lässt sich Calciummangel vermeiden?

Kontrollieren Sie regelmäßig pH- und EC-Wert des Substrats und achten Sie auf eine ausgewogene Düngung.
Verwenden Sie ein hochwertiges Substrat mit einer ausgewogenen Calciumversorgung.
Vermeiden Sie eine übermäßige Düngung, insbesondere sehr hohe Konzentrationen von Kalium oder Ammonium.
Halten Sie die Feuchtigkeit im Wurzelbereich möglichst stabil und vermeiden Sie starke Trockenphasen.
Sorgen Sie in Gewächshäusern und Indoor-Bereichen für eine ausreichende Luftzirkulation und ein geeignetes Mikroklima.

Durch diese Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Calciummangels deutlich reduzieren. Gleichzeitig werden ein gesundes Pflanzenwachstum, ein stabiles Wurzelsystem und eine gute Entwicklung von Blüten und Früchten unterstützt.

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Die Informationen zu Nährstoffmängeln und ihren typischen Symptomen basieren unter anderem auf dem Fachmaterial CANNA – Nährstoffmangel bei der Pflanzenzucht und wurden für diesen Artikel redaktionell aufbereitet und ergänzt.