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Eisenmangel bei Pflanzen – Symptome erkennen und richtig behandeln

Eisen ist für Pflanzen ein unverzichtbarer Mikronährstoff. Es ist an zahlreichen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Chlorophyll, das den Blättern ihre grüne Farbe verleiht und für eine funktionierende Photosynthese notwendig ist.

Obwohl Eisen in vielen Böden grundsätzlich vorhanden ist, können Pflanzen es nur in bestimmten chemischen Formen aufnehmen. Seine Verfügbarkeit wird besonders stark vom pH-Wert des Bodens oder Substrats beeinflusst. In leicht sauren Bedingungen ist Eisen meist besser verfügbar, während es bei neutralen bis alkalischen pH-Werten zunehmend gebunden wird und von den Wurzeln schlechter aufgenommen werden kann.

Pflanze mit typischen Symptomen eines Eisenmangels

Wie erkennt man Eisenmangel bei Pflanzen?

Eisenmangel bei Pflanzen zeigt sich typischerweise durch eine Gelbfärbung der jungen Blätter, während die Blattadern zunächst deutlich grün bleiben. Dieses charakteristische Schadbild wird als interveinale Chlorose bezeichnet.

Eisen ist innerhalb der Pflanze nur eingeschränkt mobil. Deshalb kann die Pflanze bereits vorhandenes Eisen aus älteren Blättern nur schlecht in neue Triebe verlagern. Aus diesem Grund erscheinen die Symptome zuerst an den jüngsten Blättern und Wachstumspunkten, während ältere Blätter zunächst grün bleiben können.

Wird der Eisenmangel nicht behoben, breitet sich die Chlorose zunehmend aus. Stark betroffene Blätter können schließlich fast gelb bis weiß werden. In fortgeschrittenen Fällen können Nekrosen entstehen und das Wachstum deutlich nachlassen. Ein ausgeprägter Eisenmangel kann außerdem Blütenbildung, Fruchtentwicklung und die allgemeine Vitalität der Pflanze beeinträchtigen.

Typische Symptome eines Eisenmangels

Interveinale Chlorose: Das Blattgewebe zwischen den Adern wird gelb, während die Blattadern zunächst grün bleiben. Das Symptom tritt besonders deutlich an jungen Blättern auf.

Verlangsamtes Wachstum: Durch die beeinträchtigte Chlorophyllbildung und Photosynthese entwickelt sich die Pflanze langsamer und kann kleiner bleiben.

Blattschäden bei starkem Mangel: Bei fortgeschrittenem Eisenmangel können Blätter sehr hell werden, nekrotische Bereiche entwickeln und schließlich absterben.

Schwächere Blüten- und Fruchtentwicklung: Ein ausgeprägter Mangel kann die Bildung von Blüten und Früchten beeinträchtigen und die Vitalität der gesamten Pflanze reduzieren.

Eisenmangel mit gelben jungen Blättern und grünen Blattadern

Ursachen für Eisenmangel bei Pflanzen

Ein Eisenmangel entsteht häufig nicht deshalb, weil überhaupt kein Eisen vorhanden ist. Viel häufiger kann das Wurzelsystem das vorhandene Eisen aufgrund ungünstiger Bedingungen nicht ausreichend aufnehmen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Zu hoher pH-Wert: In alkalischen oder kalkreichen Böden wird Eisen zunehmend gebunden und ist für die Pflanzenwurzeln schlechter verfügbar. Besonders bei pH-Werten oberhalb von etwa 6,5 kann die Eisenverfügbarkeit deutlich sinken.
  • Ungleichgewicht anderer Nährstoffe: Sehr hohe Konzentrationen beispielsweise von Phosphor, Calcium, Zink oder Mangan können die Eisenaufnahme beziehungsweise dessen Verfügbarkeit beeinflussen.
  • Niedrige Temperatur im Wurzelbereich: Kalte Böden und Substrate verlangsamen die Aktivität der Wurzeln und können dadurch die Nährstoffaufnahme reduzieren.
  • Staunässe und schlechte Drainage: Sauerstoffmangel im Wurzelbereich kann feine Wurzeln schädigen und die Fähigkeit der Pflanze zur Eisenaufnahme deutlich verschlechtern.
  • Beschädigtes oder schwach entwickeltes Wurzelsystem: Geschädigte, kranke oder abgestorbene Wurzeln können Eisen und andere Nährstoffe nicht effektiv aufnehmen.
  • Lichteinfall in Nährstoffbehälter: In hydroponischen Systemen kann Licht das Wachstum von Algen fördern. Diese konkurrieren mit den Pflanzen um Nährstoffe und können zusätzlich die Stabilität bestimmter Eisenchelate beeinträchtigen.
  • Empfindliche Pflanzenarten: Einige Pflanzen reagieren besonders empfindlich auf hohe pH-Werte und eine eingeschränkte Eisenverfügbarkeit und entwickeln deshalb schneller typische Chlorosen.

Insbesondere bei Pflanzen in alkalischen oder kalkreichen Böden kann Eisenmangel zu einem wiederkehrenden Problem werden. Eine Kontrolle von pH-Wert, Bewässerung, Drainage und Nährstoffversorgung ist deshalb entscheidend für eine langfristige Lösung.

Eisenmangel vorbeugen und behandeln

Zeigt eine Pflanze typische Symptome eines Eisenmangels, sollte zunächst die Ursache ermittelt werden. Eine zusätzliche Eisendüngung allein reicht häufig nicht aus, wenn beispielsweise ein zu hoher pH-Wert oder Probleme im Wurzelbereich die Aufnahme blockieren.

Blattdüngung mit Eisen: Geeignete flüssige Eisenpräparate oder chelatiertes Eisen können je nach Produkt als Blattdüngung eingesetzt werden. Dadurch kann Eisen vergleichsweise schnell aufgenommen werden. Die Behandlung stellt jedoch häufig nur eine kurzfristige Lösung dar, solange die Ursache des Mangels im Wurzelbereich bestehen bleibt.

Chelatiertes Eisen über den Wurzelbereich: Eisenchelate können dem Substrat beziehungsweise der Nährlösung zugeführt werden und sorgen dafür, dass Eisen auch unter ungünstigeren Bedingungen besser pflanzenverfügbar bleibt. Welcher Chelattyp geeignet ist, hängt unter anderem vom pH-Wert ab.

pH-Wert korrigieren: Ist der pH-Wert zu hoch, kann eine fachgerechte Absenkung die Eisenverfügbarkeit deutlich verbessern. Die geeignete Methode hängt vom verwendeten Boden, Substrat oder hydroponischen System ab.

Bedingungen im Wurzelbereich verbessern: Achten Sie auf eine ausreichende Drainage, geeignete Temperaturen und vermeiden Sie dauerhafte Staunässe. Gesunde Wurzeln sind Voraussetzung für eine effiziente Eisenaufnahme.

Pflanzen regelmäßig kontrollieren: Überprüfen Sie besonders junge Blätter sowie den pH-Wert des Substrats oder der Nährlösung. Je früher Eisenmangel erkannt wird, desto leichter lässt sich eine stärkere Chlorose vermeiden.

Eisenmangel in der Hydroponik vorbeugen: Hochwertige, vollständig zusammengesetzte Hydroponikdünger enthalten normalerweise Eisen in einer gut verfügbaren Form. Dennoch sollten pH- und EC-Wert regelmäßig kontrolliert werden, damit die Nährstoffe tatsächlich aufgenommen werden können.

Weitere Empfehlungen bei Eisenmangel

  • Geeignete Pflanzen und Sorten wählen: Manche Pflanzen vertragen kalkreiche beziehungsweise alkalische Böden besser als andere.
  • Bewässerung kontrollieren: Dauerhaft zu nasse Böden oder Substrate verschlechtern die Sauerstoffversorgung der Wurzeln und können die Eisenaufnahme beeinträchtigen.
  • pH-Wert regelmäßig messen: Besonders bei empfindlichen Pflanzen sowie in Hydroponiksystemen sollte der pH-Wert regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden.
  • Nährstoffversorgung ausgewogen halten: Vermeiden Sie eine übermäßige Düngung einzelner Nährstoffe, da ein Ungleichgewicht die Aufnahme von Eisen und anderen Spurenelementen beeinträchtigen kann.

Eine ausgewogene Pflanzenernährung, ein gesunder Wurzelbereich und ein geeigneter pH-Wert sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Eisenmangel langfristig zu verhindern.

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Die Informationen zu Nährstoffmängeln und ihren typischen Symptomen basieren unter anderem auf dem Fachmaterial CANNA – Nährstoffmangel bei der Pflanzenzucht und wurden für diesen Artikel redaktionell aufbereitet und ergänzt.